Das dunkle Haus

Das dunkle Haus

Das dunkle Haus

Patricia Hart

 

Irgendwann kommt jede Wahrheit ans Licht.

Irgendwas stimmt nicht in dem Haus, in das Christoph Schlinger einzieht: Seine Nachbarn hüten ein schreckliches Geheimnis, in das jeder Einzelne von ihnen verstrickt zu sein scheint. Aber was genau verbergen sie vor ihm?

Das Haus am Stadtrand wird zum Schauplatz eines Familiendramas. Liebe und Eifersucht, Rache und Gewalt prägen das Zusammenleben.

Schon bald bereut Christoph Schlinger, hier eingezogen zu sein. Immer tiefer wird er in das undurchdringliche Netz aus Lügen und Geheimnissen hineingezogen.

Je mehr Christoph Schlinger erfährt, desto gefährlicher wird die Situation für ihn. Denn Wissen bedeutet im dunklen Haus auch, schweigen zu müssen …

Ein Buch über Schuld, Geheimnisse, Familie und den Versuch, die Wahrheit um jeden Preis geheim zu halten.

 

Die Autorin:

Patricia Hart hat es aus dem schönen Rheinland nach Wien verschleppt. Hier lebt sie inzwischen mit ihrem Mann und einem Hund namens Chimpy. Sie schreibt für Magazine, Zeitschriften und Blogs. „Das dunkle Haus“ ist ihr Debütroman.

 

Das Cover:

 

Das Cover finde ich gut ausgewählt. Das Haus im Hintergrund weckt düstere und geheimnisvolle Vorstellungen. Das traurige Mädchen in dem roten Kleid ist ein schöner farblicher Kontrast, erweckt Mitgefühl und macht neugierig. Es geht um ein Haus am Stadtrand, um all seine Bewohner und im Besonderen um zwei Mädchen.

 

Zur Geschichte:

 

Christoph Schlinger verliert seine Arbeit und muss sich eine billigere Wohnung suchen. Er zieht in ein Haus am Stadtrand, das von den Bewohnern „das dunkle Haus“ genannt wird. Die Dielen knarren, das Licht brennt nicht überall gleich hell, und der Keller flößt Angst ein. Schnell merkt Christoph, dass einiges nicht stimmt, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Am liebsten würde er wieder ausziehen, kann es aber nicht. Stück für Stück wird er in dieses Lügengeflecht mit hineingezogen, indem er sich Sorgen macht, auch schon mal die Polizei ruft, um seine Nachbarin zu schützen. Irgendwann glaubt er, dass er sich schuldig machen würde, wenn er sich nicht kümmert, aber andere Mitbewohner sehen das gar nicht gerne. Auf jeder Etage, in jeder Wohnung lebt jemand, der sich merkwürdig benimmt und augenscheinlich irgendetwas zu verbergen hat.

Schlinger beginnt die Geschichte ab dem Punkt zu erzählen, als alle schon längst tief in ihre Lügen verstrickt sind und bereits vieles geschehen ist. Durch seine Nachforschungen erfährt der Leser in Rückblenden und Vernehmungsprotokollen, wie es zu den Verwerfungen kam und wie Christoph versucht, das Letztmögliche zu tun.

 

Meine Meinung:

 

Zu Beginn fand ich es nicht so ganz einfach, der Geschichte Spannung abzugewinnen, denn eine Geschichte, die nur einen einzigen Schauplatz hat, stellt grundsätzlich hohe Anforderungen an die Protagonisten, ihren Charakter und ihre Handlungen.

Es war über weite Strecken so, dass die Figuren alle durch viel Schweigen und Vertuschen glänzten und dass die geistige Suche nach Begründungen, ob Täter oder Opfer, vielleicht unschuldig oder mitschuldig – wofür auch immer – lange Zeit die Charaktere nicht nach außen treten ließ. Dadurch waren sie alle nicht sehr aktiv, was zwar für die Geschichte, so wie sie angelegt war, passte, aber der Spannung abträglich war. Laut Klappentext handelt es sich um eine Geschichte über Schuld, Geheimnisse, Familie und den Versuch, die Wahrheit um jeden Preis geheim zu halten. Und genau das spiegelt sich in diesem Teil des Buches wider. Aber meine Neugier zu erfahren, was sich hinter den Türen verbirgt, war dann doch größer.

Störend fand ich, dass man sehr lange und sehr oft ohne Perspektivwechsel von außen auf die Ereignisse blickte. Wohltuende Unterbrechungen waren dabei immer die polizeilichen Vernehmungsprotokolle.

Genervt hat mich, dass über fast zwei Drittel des Buches die einzelnen Figuren grundsätzlich bei ihrem vollständigen Namen (Vor- und Zuname) genannt wurden, und das manchmal mehrmals pro Seite. Das war dann doch des Guten zu viel. Und im zweiten Teil des Buches hat der Fehlerteufel etwas zu häufig zugeschlagen, was ich immer sehr schade finde.

Den Schreibstil fand ich sehr angenehm, und das Buch fesselte mich ab dem Zeitpunkt, als Christoph Schlinger zu seiner Vormieterin fuhr. Von da an lebte die Geschichte und begann sich durch die Perspektivwechsel weiterzubewegen, um sich später völlig anders aufzulösen, als ich anfangs gedacht hatte. Auch die Charaktere ließen mich ab diesem Zeitpunkt in ihre Psyche blicken, was wiederum eine beeindruckende und spannende Angelegenheit war, schaute man doch tief in menschliche Abgründe und erfuhr, wie die Masken langsam fallen.

Insgesamt ein Buch, das einen anderen Ansatz eines Thrillers hatte und mit Hass, Lügen und menschlichen Verfehlungen ebenso Spannung erzeugen konnte wie andere Geschichten mit Waffen und Blut.

Friedericke von „Friederickes Bücherblog“

 

 

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